Zwischenkriegszeit

Nach dem Sieg der Alliierten im 1. Weltkrieg versuchte Frankreich durch Schwächung von Österreich und Deutschland seine Stellung in Europa zu festigen. Der Vertag von Versailles vom 28. Juni 1919, der die Friedensbedingungen festlegte, sicherte Frankreich die Rückgabe des nach dem Französisch-Preußischen Krieg 1870 verlorenen Elsass-Lothringen und hohe Reparationszahlungen. Außerdem forderte die französische Regierung unter der Präsidentschaft von Poincaré die Besetzung des Rheinlandes, die Annexion des Saargebietes, eine Beschränkung der deutschen Berufsarmee auf max. 100000 Soldaten... Diese Politik stieß auf den Widerstand der Linken in Frankreich, die auch durch die allgemeine Weltwirtschaftskrise, Kriegslasten und die Oktoberrevolution in Russland Zulauf bekamen. Die bürgerlichen Rechten vereinten ihre Kräfte im „Nationalen Block“ unter den Präsidenten Paul Deschanel (Februar 1920 - September 1920) und Alexandre Millerand (1920-1924) und gewannen die Wahlen zur Nationalversammlung, nicht zuletzt durch eine antikommunistische Wahlpropaganda, die die Angst vor einer bolschewistischen Revolution schürte. Ein Teil der Sozialistischen Partei, enttäuscht von den Wahlergebnissen und der bürgerlichen Regierungspolitik, spaltete sich auf dem Parteitag von Tours ab und gründete die Kommunistische Partei Frankreichs, die sich der Kommunistischen Internationale anschloss und nach bolschewistischen Prinzipien arbeitete.

Das bürgerliche Lager des „Nationalen Blocks“ war ebenfalls nicht homogen. Die Parti Radical, die bisher im „Nationalen Block“ mitwirkte, zeigte ihre Unzufriedenheit mit der Politik des Kabinetts von Briand (1921 – 1922) und Poincaré (1922 – 1924) und wechselte vor den Wahlen 1924 das Lager. Die Radikalsozialisten bildeten mit den Sozialisten ein „Linkskartell“ und gewannen knapp die Parlamentswahlen. Der radikale Politiker Gaston Doumergue (1924-1931) wurde zum Präsidenten gewählt. Er ernannte Edouard Herriot zum Premierminister, dessen Regierung von den Sozialisten parlamentarisch unterstützt wurde, obwohl sie nicht in seine Regierung eintreten wollten. Die große Unzufriedenheit der Katholischen Kirche und der Widerstand der Geschäftswelt blockierten Herriots Regierung und in der Folge noch sechs weitere Kabinette. Erst als der Präsident im Jahre 1926 Poincaré zum Premierminister ernannte, kam es zu einer relativen Stabilität in der Wirtschafts- und Finanzlage, verbunden mit einer Annäherung an Deutschland. Die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre traf Frankreich später als die USA, England und Deutschland, dafür aber umso heftiger. Die Wirtschaftskrise war von innenpolitischer Instabilität und ständigen Regierungswechseln begleitet. Unter den Präsidenten Paul Doumer (1931-1932) und Albert Lebrun (1932-1940) gab es 19 verschiedene Regierungen, die in der zweiten Hälfte der 30er Jahre auch von Sozialisten gebildet wurden. Nach den Parlamentswahlen 1936 erlangte die sogenannte Volksfront aus Sozialisten, Radikalsozialisten und Kommunisten einen beachtlichen Sieg. Die Volksfrontregierung unter dem Sozialisten Léon Blum führte wichtige Sozialreformen durch, wie z.B. den bezahlten Urlaub für Arbeiter, die 40 Stunden Woche, die Schulpflicht bis 14 Jahre u.a. Nach Auseinandersetzungen mit dem Senat trat Blum 1937 zurück und überlies dem Radikalsozialisten Édouard Daladier die Regierung. Er verstärkte entscheidend die Exekutive, der weitgehende gesetzgebende Befugnisse eingeräumt wurden. So erklärte Daladier am 3. September 1939 nach dem Scheitern seiner Beschwichtigungspolitik Deutschland ohne Zustimmung des Parlaments den Krieg und führte Frankreich an der Seite Großbritanniens in den Zweiten Weltkrieg.

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