Renaissance

Während der Renaissance stärkte sich die königliche Macht in Frankreich. Der Adel verlor seine Vormachtstellung in der Politik und das letzte selbständige Herzogtum Bretagne fiel unter Franz I. an Frankreich. Selbst die Kirche büßte einen Großteil ihres Einflusses ein. Sie wird besteuert, in ihrer Gerichtsbarkeit eingeschränkt und die Bischöfe werden praktisch von der Krone ernannt.

Die Außenpolitik Frankreichs wurde von der wachsenden Macht des habsburgisch-spanischen Reiches geprägt. Dieser Konflikt wurde im Krieg um Italien ausgetragen. Die Erfolge der französischen Außenpolitik gingen jedoch deutlich auf Kosten der Stadtfinanzen. Nicht weniger Geld verbrauchte Franz I. durch seinen prunkvollen Lebensstil. Aus Italien brachte er die Ideen der Renaissance nach Frankreich, ließ zahlreiche Schlösser erbauen (Fontainebleau, Chambord...) und förderte die Kunst und Literatur. Zu diesem Zweck gründete er das Collège de France, das im Gegensatz zur Sorbonne eine offene und unabhängige Position vertrat. Um seine kostspieligen Vorhaben zu realisieren, erhöhte Franz I. drastisch die Steuern, womit er die nationale Wirtschaft schwächte.

Nach dem Tod von Franz I. übernahm sein Sohn Heinrich II. die Krone. Bereits als Jugendlicher wurde 1533 aus politischen Interessen seine Heirat mit Katharina von Medici veranlasst, die Heinrich jedoch mit seiner einzigen Mätresse Diana von Poitiers teilen musste. Beide Frauen übten einen beträchtlichen Einfluss auf die Regierung Heinrichs II. aus.

Zu dieser Zeit verbreitete sich der Protestantismus in Frankreich und gewann vor allem bürgerliche Schichten. Seit ca. 1560 wurden die französischen Protestanten Hugenotten (Eidgenossen) genannt. Die religiösen Gegensätze mit den Katholiken lösten erbitterte Kämpfe aus, die in die Religionskriege mündeten. Dieser Bürgerkrieg nahm die ganze Aufmerksamkeit des Königshauses in Anspruch und dominierte lange Zeit die französische Politik. Heinrich II. konnte den Konflikt nicht lösen und nach seinem Tod war auch die Regierungszeit seiner Söhne Franz II., Karl IX. und Heinrich III., die ihm nacheinander auf den Thron folgten, von den Religionskriegen bestimmt. Auf Grund des relativen Gleichgewichts der Kräfte konnte der Konflikt jedoch nicht beigelegt werden. Erst nach dem Tod Heinrichs III. fand sich eine Kompromisslösung.

Der neue König, Heinrich IV. stammte aus dem protestantischen Haus der Bourbonen und genoss unter den Hugenotten einen beachtlichen Einfluss. Um von beiden verfeindeten Lagern akzeptiert zu werden, wechselte er mit den Worten "Paris ist eine Messe wert" zum Katholizismus über und erreichte dadurch schließlich einen Ausgleich. Im Edikt von Nantes sicherte er den Protestanten eine eingeschränkte Kultfreiheit und erlaubte ihnen den Zugang zu allen Ämtern im Staatsdienst. Für Streitigkeiten zwischen Katholiken und Protestanten wurden im Parlament konfessionell gemischte Kammern eingerichtet.

Nach dem Ende der Religionskriege konnte sich Heinrich IV. auf die Außenpolitik konzentrieren. Mit der Unterstützung von England und den Niederlanden gewann er 1598 den Krieg gegen Spanien und sicherte die eroberten Gebiete in der Provence und im Rhônetal. Seine Innenpolitik war durch zahlreiche Neuerungen gekennzeichnet. Er reformierte mit der Unterstützung seines Ministers Maximilian de Belhune, Herzog von Sully, die Finanz- und Staatsverwaltung, indem er für die Sicherung von Ämtern für die Nachkommen eine jährliche Gebühr verlangte. Außerdem förderte er das Bürgertum, das durch die Ämterkäuflichkeit einen Adelstitel erwerben konnte. Dieser neue Amtsadel sorgte mit seinem spezifischen Bewusstsein für eine Erneuerung in den Führungsschichten Frankreichs.

Nach der Ermordung Heinrichs IV. durch den katholischen Fanatiker François Ravaillac im Jahre 1610 wurde sein Sohn aus zweiter Ehe unter dem Namen Ludwig XIII. zum König gekrönt.

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