Malerei des 19. Jahrhunderts

Die am Anfang des 19. Jahrhunderts herrschende Stilrichtung in der französischen Malerei war der Neoklassizismus, der bereits in der Malerei des 18. Jahrhunderts die dominierende Kunstrichtung war. David, Ingres und andere Maler dieser Schule ließen sich von der Antike und der italienischen Renaissance inspirieren. Sie hatten enormen Erfolg in der Zeit der Revolution und auch später unter Napoleon. Mit der Restauration gerieten sie jedoch mehr und mehr in die Kritik einer neuen Bewegung - der Romantik - die als Opposition gegen die Klassische Schule in der Malerei entstand. Die Maler der Romantik (Théodore Géricault, Antoine-Jean Gros, Paul Huet, Eugène Delacroix) kritisierten ihre Bilder als unbeweglich und kalt, die nur an die Vernunft appellierten, ohne die Gefühle anzusprechen. Andererseits griffen die Vertreter der klassischen Schule die oft chaotischen Kompositionen, die kontrastreiche Farbgestaltung und die ungenaue Zeichentechnik der Romantiker an. Dieser Kampf der beiden großen Richtungen in der Malerei bestimmte fast ein halbes Jahrhundert lang die französische Kunstszene. Die Romantiker fanden in den Realisten starke Verbündete, die genauso gegen die pathetischen und künstlich konstruierten Bilder des Neoklassizismus auftraten.

Der Realismus begann in Frankreich mit der Landschaftsmalerei, der sogenannten Schule von Barbizon - ein Dorf in der Nähe von Fontainebleau. Hierher kam in den 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts eine Gruppe junger Maler (J.-F. Millet, Th. Rousseau, Dupré, Daubigny, Troyon, Corot, Diaz), um ihre Bilder direkt im Freien zu malen. Dies führte unter den Akademikern zu Entsetzen, da sie sich ein anspruchsvolles Arbeiten außerhalb des Ateliers nicht vorstellen konnten. Gewiss verwendeten diese Maler ihre im Freien gemalten Etüden lediglich als Vorlage, um später in den Ateliers ihre Bilder fertig zu stellen, jedoch vollzogen sie eine entscheidende Wandlung: die Malerei verließ den Raum und näherte sich den frischen Wahrnehmungen der Natur, die sie getreu ihren Beobachtungen wiederzugeben versuchten. In den 40-50er Jahren des 19. Jahrhunderts erweiterte sich diese Konzeption auf praktisch alle Genre und war nicht mehr nur auf die Landschaftsmalerei begrenzt. Die Maler des Realismus (Honoré Daumier, Gustave Courbet, Millet, Meissonier, R. Bonheur) versuchten ein Abbild der Wirklichkeit festzuhalten und dem Betrachter wichtige Zusammenhänge deutlich zu machen. Durch die Auswahl an zeitgenössischen Themen und die Darstellung von einfachen Bevölkerungsschichten wirkten ihre Bilder politisch und sozial engagiert. Auch im Bereich der Technik sprengten die Realisten den üblichen akademischen Rahmen. Die wichtigste Neuerung war die fragmentarische Komposition, die den Eindruck erweckt, dass das gemalte Bild nur einen Teil einer Handlung darstellt, die außerhalb des Bildes stattfindet.

Die Impressionisten (Degas, Monet, Guillaumin, Sisley, Pissarro, Renoir, Cézanne, Manet, Morisot, Caillebotte, Van Gogh, Toulouse-Lautrec) gingen in ihrer malerischen Freiheit noch einen Schritt weiter. Ihr Ziel war nicht die Realität selbst, sondern Eindrücke von der Realität auf dem Bild wiederzugeben. Um das zu erreichen verwendeten die Impressionisten reine Farben ohne Zwischentöne, sodass das optische Zusammenspiel der nebeneinander liegenden Flächen im Auge des entfernt stehenden Betrachters plastische Übergänge bildet. Aus der Nähe betrachtet sind einzelne Farbkleckse sichtbar, die jedoch keine erkennbare Form ergeben. Obwohl die ersten Reaktionen auf diese Art der Malerei in Fachkreisen abfällig waren, wurde der Stil schnell populär, da er mit farbenfrohen Landschaften, eleganten Boulevardszenen und graziösen Tänzerinnen den Geschmack der Intellektuellen und des Bürgertums traf.

In den 80-er Jahren des 19. Jahrhunderts zerfiel die Bewegung in mehrere voneinander unabhängige Strömungen, die unter dem Sammelbegriff Postimpressionismus zusammengefasst werden. Die Postimpressionisten (Cézanne, Gauguin, Toulouse-Lautrec, Signac, Seurat und Van Gogh) verwendeten unterschiedliche Techniken und entwickelten eigene Prinzipien. Durch die Auflösung der Form und den lockeren Umgang mit der Realität eröffnete der Impressionismus jedoch neue Wege für die Entwicklung der Malerei des 20. Jahrhunderts in Frankreich und Europa.

Tags: 

Terminkalender

S M D M D F S
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
31
 
 
 

Ferienhäuser

Hotels in Frankreich