Malerei des 17. Jahrhunderts

Die Entwicklung in der Malerei des 17. Jahrhunderts verlief nicht so geradlinig wie in der Architektur dieser Epoche, da sich hier der Manierismus mit dem flämischen und italienischen Barock eng verflochten hat. Besonders deutlich wurden diese Einflüsse in der Malerei der Brüder Le Nain, die das Dorfleben und die Landschaft ihrer Heimat um Laon in realistischen Zügen darstellten, ohne jedoch in pastorale Idylle und Kitsch zu verfallen. Ihre Bilder weisen gut durchdachte und statische Kompositionen auf, die im Detail sorgfältig ausgearbeitet waren, um die ethische Seite der Szene zu betonen. Ebenfalls zu dieser Kunstrichtung zählt das Werk von Georges de La Tour, der in der Anfangsphase seines künstlerischen Schaffens mit seinen Licht- und Schattenbildern Caravaggio sehr nahe stand, später jedoch durch individuelle Farbgebung, diffuses Tageslicht und unerschöpfliche Phantasie im Zusammenspiel der dargestellten Personen der realistischen Genremalerei einen Touch von Monumentalität verliehen hat. In der zweiten Phase seines Schaffens wandt sich Georges de La Tour zunehmend religiösen Motiven zu, wobei er sich mit lebensnahen Themen wie Leiden, Tod und Geburt beschäftigte. Durch die ausgeglichene Komposition seiner Bilder dieser Zeit, sowie die Klarheit und Strenge des Stils bahnte er den Weg hin zum Klassizismus.

Die Malerei des Klassizismus entwickelte sich in Frankreich ab den 30-er Jahren des 17. Jahrhunderts unter dem Einfluss des Rationalismus von Descartes und antiken Vorbildern, wobei vor allem das Schöne und Erhabene dargestellt werden sollte. Als Begründer der klassizistischen Richtung in der Malerei gilt Nicolas Poussin, der sich durch Studien von Vorlagen aus der Antike und der Renaissance zum bedeutendsten französischen Maler des 17. Jahrhunderts entwickelte. Als junger Maler ging er nach Rom, wo er fast sein ganzes Leben verbrachte. Selbst der Einladung von Ludwig XIII. und Richelieu am Louvre zu arbeiten folgte er nur halbherzig und nutzte die erst beste Möglichkeit nach Rom zurückzukehren. Die bevorzugten Themen von Nicolas Poussin waren mythologischer, religiöser oder historischer Natur. Seine dargestellten Personen zeichnen sich durch Charakterstärke, Heldentum und Werteverbundenheit aus, was noch durch heroische Landschaften im Hintergrund verstärkt wird. Diese klassisch idealisierten Landschaften (antike Ruinen, das Meer, Berge und Hügel) rückten bei Claude Lorrain in den Vordergrund. Auf allen seinen Bildern waren auch Menschen dargestellt, jedoch auf Grund der gewählten Größenverhältnisse sollten sie lediglich die Großartigkeit der Landschaft betonen und das Szenario vervollständigen.

Zweifellos waren Nicolas Poussin und Claude Lorrain die bedeutendsten französischen Maler des 17. Jahrhunderts, obwohl sie die meiste Zeit in Italien lebten und relativ wenig Kontakte zu Frankreich hatten. In ihrem Heimatland gewann in dieser Zeit der Absolutismus an Macht und ordnete die Malerei dem königlichen Willen unter. Simon Vouet – der offizielle Maler am Hof – und seine Schule trugen zur Entwicklung der pompösen und verherrlichenden Kunst bei, die den Pathos des Barocks mit dem Rationalismus der klassizistischen Malerei vereinte. Nach dem Tod von Simon Vouet wurde Charles Le Brun zum Premier Peintre du Roi ernannt. Durch seine pompösen und idealisierenden Bilder erlangte er die Gunst der Machthaber. Richelieu, Fouquet, Colbert und der allmächtige König Ludwig XIV. zählten zu seinen Gönnern und Auftraggebern. Charles Le Brun wurden anspruchsvolle Projekte zugeteilt, wie z.B. die Dekoration des Louvre, Vaux-le-Vicomte und Versailles. Er fertigte Entwürfe für Gobelins, Skizzen für Möbel, Deckenmalereien und Porträts an, so dass alle Elemente der Dekoration miteinander harmonierten. Le Brun setzte auf diese Weise auch für nachfolgende Generationen Maßstäbe für eine Homogenität in der Dekoration, die von der Monumentalmalerei bis hin zu Möbeln und kleinsten Details reichte. Als Kanzler der Académie des Beaux-Arts verfolgte er eine Politik der strengen Reglementierung der bildenden Künste und setzte die Regeln des künstlerischen Schaffens fest, die jede mögliche Auseinandersetzung eindämmten.

Zu dieser Zeit entwickelte sich das Genre des Porträts intensiv. Die Porträtkunst verfolgte jedoch nicht das Ziel die Einzigartigkeit des Charakters festzuhalten, sondern es dominierte die Repräsentativität des Gemäldes, wobei der Rang der dargestellten Person die Gesten, Kleidung, Frisur und Accessoires bestimmte. Zu den herrvoragenden Meister dieses Genre zählten u.a. Philippe de Champaigne, Pierre Mignard, Hyacinthe Rigaud und Nicolas Largillière.

Mit dem Tod Ludwigs XIV. wurden die strengen Reglementierungen in der bildenden Kunst aufgehoben und die Malerei des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in eine andere Richtung.

Tags: 

Terminkalender

S M D M D F S
 
 
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
 

Ferienhäuser

Hotels in Frankreich