Literatur des Mittelalters

Die französische Literatur ist deutlich jünger als die französische Architektur oder Malerei. Bereits in der Vorzeit wurden die ersten Behausungen gebaut und die Höhlenwände mit Kohlezeichnungen geschmückt. Die Entstehung der schriftlichen Sprache ließ jedoch noch auf sich warten. Die keltischen Druiden verfassten ihre Texte auf Griechisch oder Latein. Mit der Eroberung Galliens durch die Römer wurde Latein die offizielle Sprache und alle Texte auf dem Gebiet des heutigen Frankreichs wurden in dieser Sprache verfasst. Nach dem Zerfall des römischen Imperiums begann die Ausbildung der französischen Sprache, aber erst im 9. Jh. erschienen die ersten überlieferten Zeugnisse in französischer Sprache.

Das erste überlieferte Dokument hat wenig mit der Literatur im engeren Sinne gemein. Es ist ein Art Vertrag zwischen dem französischen und dem deutschen König über die Reichsaufteilung, der gleichzeitig auf Französisch und Deutsch verfasst wurde – Les Serments de Strasbourg bzw. Die Straßburger Eide aus dem Jahre 842.

Der erste überlieferte literarische Text entstand zwischen 881 und 882 und ist eine Übertragung einer lateinischen Verserzählung vom Märtyrertod der Hl. Eulalia - La Cantilène de Sainte Eulalie. Hier wird deutlich, dass die Kirche zu dieser Zeit die wichtigste Institution zur Aufbewahrung, Überlieferung und Entstehung neuer Werke war. Die ersten Werke der religiösen Literatur gehen auf lateinische Vorlagen zurück, die zum besseren Verständnis für das einfache Volk mehr oder weniger frei übersetzt wurden.

Mit steigenden Bevölkerungszahlen und der wirtschaftlichen Entwicklung entstand ab dem 12. Jh. auch die weltliche Literatur in unterschiedlichen Gattungen: Heldenlieder, Dichtung, Prosa und dramatische Literatur.

Die Literatur des Mittelalters kennzeichnet sich durch eine relativ begrenzte Themenauswahl. Bevorzugt wurden Heldentaten verarbeitet, die entweder märchenhaft, idealisierend oder geschichtstreu gestaltet wurden. Das Thema Liebe spielte ebenfalls eine wichtige Rolle und stellte eine Verbindung zur Literatur der Antike dar, die durch keltische und orientalische Einflüsse noch bereichert wurde. Aus dem Volk kamen die satirischen Elemente in die Literatur. Das Lachen über menschliche Schwächen, die Schadenfreude und die Arroganz standen den ritterlichen Werten der Heldenlieder und der perfekten Liebe der höfischen Lyrik gegenüber.

Terminkalender

S M D M D F S
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
31
 
 
 
 
 

Ferienhäuser

Hotels in Frankreich