Klassizismus

Am Ende des 16. Jahrhunderts gelang es Heinrich IV., die Kriege zwischen Protestanten und Katholiken zu beenden und die Zentralgewalt, mit der Unterstützung seines Ministers Maximilian de Belhune, Herzog von Sully, in Frankreich weiter auszubauen.

Nach dem Mord Heinrichs IV. durch den katholischen Fanatiker François Ravaillac im Jahre 1610 wurde sein Sohn aus zweiter Ehe zum König unter dem Namen Ludwig XIII. gekrönt. Seine Mutter – Maria von Medici führte die Regentschaft die ersten 7 Jahre, unterstützt von einem Kabinett, in dem Armand Jean du Plessis (besser bekannt als Kardinal Richelieu) seit 1616 Mitglied war. Im Jahre 1624 wurde er zum Premierminister des Königs ernannt. Sein Ziel war die Errichtung einer absoluten Monarchie in Frankreich. Nach dem Edikt von Nantes schufen die Protestanten eine Art „Staat im Staate“ und Richelieu’s Anstrengungen richteten sich zuerst gegen diese Strukturen. Er belagerte eine der wichtigsten Hochburgen der Protestanten La Rochelle und zwang sie zur Kapitulation. Die Befestigungen der Dörfer und Städte in den protestantischen Gebieten ließ er zerstören. In den Gnadenedikten von Alès und Nîmes wurden die politischen Rechte der Protestanten stark eingeschränkt. Als nächster Schritt wurde der Adel zugunsten der Monarchie in seinen Rechten beschnitten. Ihre inzwischen erblich gewordenen Ämter wurden durch vom König ernannte Intendanten ersetzt. Die Aufstände des Adels wurden gnadenlos zerschlagen. Die aufsehenerregende Hinrichtung des Gouverneurs von Languedoc, Herzog von Montmorency, schreckte jedoch den Adel von weiteren Aufständen ab.

Erst nach dem Tod von Richelieu und Ludwig XIII. im Jahre 1643 wagte der Adel neue Widerstände. Der mit 4 Jahren gekrönte Ludwig XIV. war noch regierungsunfähig und die Staatsgeschäfte wurden von seiner Mutter Anna von Österreich und Richelieu’s Nachfolger Kardinal Mazarin geführt. Besonders bedrohlich für die Monarchie wurde der Aufstand des Prinzen von Condé und seines Bruders zwischen 1648-1653, der als die Fronde bekannt ist.

Kardinal Mazarin konnte diesen Konflikt nicht lösen und musste ins Exil gehen. Condé gelang es jedoch nicht Paris zu regieren und die Fronde zerfiel. Daraufhin rief Ludwig XIV. Mazarin aus dem Exil zurück. Das Pariser Parlament wurde zu Gunsten der Monarchie in seinen Rechten noch mehr eingeschränkt. Durch die Stärkung der Monarchie konnte der Krieg gegen Spanien jetzt mit neuer Kraft weitergeführt werden. Am 7. November 1659 besiegelte der Pyrenäenfrieden mit territorialen Gewinnen für Frankreich das Ende des Krieges. Spanien musste Teile des Artois, Flanderns, des Hennegaus, Luxemburgs und das Roussillon an Frankreich abtreten. Die Grenze zwischen Spanien und Frankreich verlief jetzt durch die Pyrenäen. Die Machtposition Frankreichs in Europa veränderte sich ebenfalls. Für die nächsten 50 Jahre übernahm Frankreich die führende Rolle.

Ludwig XIV. ließ die Grenzen durch den Militärarchitekten Vauban befestigen und schuf unter seinem Kriegsminister Lovois die größte und bestorganisierte Armee auf dem Kontinent. Für die wirtschaftlichen Erfolge Frankreichs war Finanzminister Colbert zuständig. Er erstellte für das ganze Land einen Wirtschaftsplan, der Schwerpunkte auf die Textilproduktion und Luxusartikel setzte. Eine Zollreform, die Förderung der Großmanufakturen und die Verbindung von Atlantik und Mittelmeer durch den Canal du Midi waren wichtige Meilensteine von Colbert’s Wirken. Den wirtschaftlichen Erfolgen standen jedoch enorme Ausgaben für das höfische Leben und für zahlreiche Kriege (Devolutionskrieg 1667 - 1668, Niederländischer Krieg 1672 - 1678, Pfälzischer Krieg 1688 - 1697, Spanischer Erbfolgekrieg 1701 - 1713) entgegen, die das Land an den Rand des finanziellen Ruins brachten.
 
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