Julirevolution

(27. – 29. Juli 1830)

Am 26. Juli 1830 berief sich Karl X. auf den Notstandsartikel der Verfassung und löste in den sogenannten Juliordonnanzen die Abgeordnetenkammer auf. Außerdem hob er die Pressefreiheit auf und änderte das Wahlrecht zugunsten der Großgrundbesitzer. Die Presse eröffnete eine kämpferische Kampagne gegen diese Ordonnanzen und gegen die Regierung. Die wichtigste Rolle spielte die Zeitung Le National und ihr Chefredakteur Adolphe Thiers, der die Opposition leitete. Er sah in der Auflösung der Abgeordnetenkammer einen Staatsstreich und rief zum Widerstand auf. Seinem Ruf folgten vor allem Arbeiter, deren Situation sich durch eine Überproduktionskrise und schlechte Ernten dramatisch verschlechtert hatte. Das Kleinbürgertum stand ebenfalls am Rande der Existenzkrise und ging zusammen mit den Arbeitern auf die Strasse. Es kam am 27. Juli zu Barrikadenkämpfen, an denen auch Studenten teilnahmen. Rasch bekamen sie Unterstützung von der Nationalgarde unter der Führung von General La Fayette, in dem die Befürworter einer Republik einen neuen Präsidenten sahen.

Am 28. Juli nahm der Aufstand Massencharakter an und leistete den Regierungstruppen einen entschlossenen Widerstand. Am 29. Juli wurde der Tuileries-Palast eingenommen und als Symbol des Sieges wurde auf dem Palast die Trikolore aufgestellt. Die Regierungstruppen zogen sich nach Saint-Cloud zurück. Nach drei Tagen Barrikadenkämpfen (Les Trois Glorieuses) nahm Karl X. die Juliordonnanzen zurück und löste die Regierung auf. Seine Position war jedoch nicht zu retten und er wurde unter dem Druck der Abgeordnetenkammer gezwungen am 2. August abzudanken. Die Kammer berief Louis-Philippe von Orléans zum Generalstatthalter des Königreichs.

In der Abgeordnetenkammer bekamen die Liberalen mit Thiers, Talleyrand und Laffitte die Mehrheit. Sie lehnten die Wiederherstellung einer Republik ab und entschieden sich zu Gunsten einer konstitutionellen Monarchie. In der Person des Herzogs von Orléans sahen sie großbürgerlich orientierten Anwärter auf den französischen Thron. Am 9. August wurde Louis-Philippe zum „König der Franzosen“ gewählt. Bald darauf akzeptierte das ganze Land den neuen Monarchen. Karl X. flüchtete mit seiner Familie nach England und damit begann die Periode der Julimonarchie.

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