Erster Weltkrieg

Nach der außenpolitischen Isolation in den ersten Jahren der 3. Republik versuchte Frankreich, unter dem Präsidenten Raymond Poincaré (1913-1920), seine Position durch die Bildung einer Triple Entente mit Großbritannien und Russland, als Gegenpol zum Dreierbund zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien, zu verstärken.

Als der österreichisch-ungarische Thronfolger am 28. Juni 1914 in Sarajevo erschossen wurde, trat Frankreich an der Seite seiner Verbündeten, denen sich später Italien und die Vereinigten Staaten anschlossen, in den Krieg gegen Deutschland und Österreich-Ungarn ein.

Nach Beginn des 1. Weltkrieges bildtete Poincaré die Union Sacrée, ein Bündnis zwischen den bürgerlich-konservativen Parteien und den Sozialisten, mit dem Ziel die politische Einheit der Republik zu gewähren. Die Regierung bekam für die Kriegsführung außergewöhnliche Vollmachten. Poincaré erklärte als Kriegsziele die Rückgabe des im Französisch-Preußischen Krieg 1870 verlorenen Elsass-Lothringens sowie die Annexion des Rheinlands und der Saar, was auf allgemeine Zustimmung der Bevölkerung stieß.

Der Kriegsbeginn verlief ungünstig für Frankreich, da das  weit entfernte Russland viel Zeit für die Mobilisierung benötigte und Deutschland sich dazu entschloss, mit aller Kraft zunächst gegen den westlichen Nachbarn Frankreich vorzugehen. Nach den ersten Niederlagen in den Ardennen gelang es den französischen Truppen jedoch in der Schlacht an der Marne, den Vormarsch der deutschen Truppen zu stoppen. Inzwischen war die russische Armee in die aktive Phase des Krieges eingetreten und Deutschland zog einen Teil der Truppen nach Osten ab. Zu Beginn des Jahres 1916 wagten die Deutschen eine Offensive. Sie wählten das Gebiet um Verdun für einen gezielten Angriff, den Frankreich mit sehr hohen Verlusten abwehren konnte. Seit 1917 übernahm General Philippe Pétain das Kommando der schlecht organisierten Nordarmee und stabilisierte die Situation in kürzester Zeit.

Die Februarrevolution in Russland und Streitigkeiten innerhalb der Regierung bewogen die Sozialisten aus der Regierung auszuscheiden. Georges Clemenceau, der starke Mann im bürgerlichen Lager, übernahm die Regierung am 16. November 1917 mit weitgehenden Vollmachten, sowohl im zivilen, als auch im militärischen Bereich.

An der Front begann am 18. Juli 1918 eine entscheidende Offensive der Alliierten unter dem Oberbefehl von General Foch, die am 11. November zur Kapitulation Deutschlands führte. Der Tag des Waffenstillstandes ist heute ein Feiertag in Frankreich.

Der 1. Weltkrieg dauerte somit über vier Jahre (3. August 1914 - 11. November 1918). Frankreich verlor in diesem Krieg 1325000 Menschen. Die materiellen Verluste waren ebenfalls sehr bedeutend und betrugen schätzungsweise ein Viertel des Staatsvermögens.

Die folgende Periode bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges (sogenannte Zwischenkriegszeit) war eine Zeit des wirtschaftlichen Aufbaus und durch ein turbulentes politisches Leben geprägt.
 
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