Die Restauration

(1815 - 1830)

Auf Napoleons Flucht von der Insel Elba im März 1815 reagierten die Alliierten mit einem erneuten Krieg gegen Frankreich. In der entscheidenden Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 erlitt Napoleon eine schwere Niederlage und wurde zur Kapitulation gezwungen. Ludwig XVIII. bestieg am 22. Juni 1815 den französischen Thron und führte Friedensgespräche mit den Siegermächten. Der Friedensvertrag von Paris am 20. November 1815 regelte u.a. den Grenzverlauf, der nun grob den Staatsgrenzen von 1792 entsprach. Außerdem musste Frankreich Reparationszahlungen in Höhe von 700 Millionen Francs leisten. Zu dieser Zeit, als der durchschnittliche Tageslohn eines Arbeiters bei zwei Francs lag war dies eine beachtliche Summe, die in 3 – 5 Jahren abbezahlt werden sollte.

Innenpolitisch steckte Ludwig XVIII. in einem Dilemma. Er versuchte dem während der Revolution 1789 emigrierten Adel die Wiedereingliederung in seit über 15 Jahren bestehende Strukturen zu ermöglichen, ohne das gesamte politische System von Grund auf zu verändern. Als Zeichen der politischen Kontinuität berief er die beiden wichtigsten napoleonischen Minister, Talleyrand und Fouché, in sein Kabinett. Inoffiziell duldete er jedoch den „Weißen Terror“ des alten Adels, der sich vor allem in Südfrankreich verbreitete. Es erfolgten zahlreiche Prozesse, Verhaftungen und Exekutionen, die zur Absetzung der Machthaber aus der napoleonischen Zeit führten. Besonders hart ging man gegen diejenigen vor, die während der Revolution für den Tod Ludwigs XVI. abstimmten oder Napoleon während seiner Herrschaft der Hundert Tage unterstützten (z.B. die Exekution von Marschall Ney). Außerdem bildeten sich bewaffnete Banden, die brutal gegen die revolutionären Aufsteiger vorgingen und vom Königshaus toleriert wurden. Im Großen und Ganzen stand Ludwig XVIII. auf der Seite der Großbürger und höheren Beamten. Diese beiden Gruppen profitierten von dem veränderten Wahlrecht. Die Voraussetzung für die Wahlberechtigung war die Zahlung von direkten Steuern, die so hoch angesetzt wurden, dass nur etwa 100.000 Franzosen aus der Oberschicht wählen durften. Knapp unter 20% der Wahlberechtigten konnten gewählt werden, da dafür noch höhere Steuerzahlungen erforderlich waren. Dementsprechend war das Parlament nur mit Vertretern der reichen Oberschicht besetzt, die sich jedoch grundsätzlich von der Oberschicht des Absolutismus unterschieden und mehrere für diese Zeit progressive Gesetze auf den Weg brachten: Pressefreiheit, Befugnis des Parlaments über den Staatshaushalt zu entscheiden...

Nach der Ermordung des Herzogs von Berry am 14. Februar 1820 gewannen die Ultraroyalisten die Oberhand. Frankreich erlitt einen politischen Rückschlag. Der zentralistische Machtapparat wurde zum Nachteil des Parlamentarismus verstärkt, das Wahlrecht veränderte sich zu Gunsten der Konservativen und die Pressefreiheit wurde eingeschränkt. Diese Prozesse wurden noch ausgeprägter, als Karl X. auf den Thron kam. Anders als sein verstorbener Bruder Ludwig XVIII. war Karl X. ein Anhänger der absoluten Monarchie. Mit seiner pompösen Krönung in Reims und seinen äußerst radikalen Gesetzentwürfen überspannte er jedoch den Bogen. Dies führte zu einem Aufschwung der liberalen Bewegung, die bei Neuwahlen im Jahre 1827 siegten und in Opposition zu der reaktionären Politik des Königs standen. Am 26. Juli 1830 berief sich Karl X. auf den Notstandsartikel der Verfassung und löste in den sogenannten Juliordonnanzen die Abgeordnetenkammer auf. Außerdem hob er die Pressefreiheit auf und änderte das Wahlrecht zugunsten der Großgrundbesitzer. Dies löste die Julirevolution aus. Nach drei Tagen Barrikadenkämpfen (Les Trois Glorieuses) dankte Karl X. ab und flüchtete nach England.

Herzog Louis Philippe von Orléans gelang es, an die Macht zu kommen. Er wurde zum König proklamiert und die Zeit der Julimonarchie begann.

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