Die Julimonarchie

Die Julirevolution 1830 beendete die Restauration der Bourbonen in Frankreich. Am 2. August dankte Karl X. ab und die Abgeordnetenkammer wählte am 9. August Louis-Philippe von Orléans zum König der Franzosen. Die verfassungsähnliche Charte wurde grundsätzlich verändert. Als wichtigste Neuerung konnten nun die Kammern Gesetzentwürfe unterbreiten, was bisher dem König vorbehalten war. Außerdem wurde das Wahlrecht spürbar gelockert und schließlich verlor der Katholizismus seinen Status als Staatsreligion.

Louis-Philippes Herrschaft gilt als das Goldene Zeitalter des Großbürgertums. Der Adel, der Karl X. diente, weigerte sich dem neuen König den Treueid zu leisten und verlor dadurch seine Ämter in Verwaltung und Militär zu Gunsten des Großbürgertums. Der neue Geldadel profitierte von dem Regimewechsel und setzte seine wirtschaftlichen Interessen in den Vordergrund. Im wirtschaftlichen Aufschwung wurden die sozialen Aspekte außer Acht gelassen, was zu häufigen Volksunruhen führte.

Die Opposition konnte diese Unzufriedenheit zu ihren Gunsten nutzen. Einerseits wuchs der Einfluss der Republikaner (Étienne-Vincent Arago, Louis Blanc, u.a.), die sich nach dem Sieg der Julirevolution betrogen fühlten, andererseits erreichte Louis-Napoléon Bonaparte, Neffe von Napoleon, mit seiner Kampagne für soziale Gerechtigkeit Anhänger unter den Bauern, Arbeitern und Kleinbürgern. Beide Flügel organisierten regelmäßig Proteste gegen die Regierungspolitik. Als während einer Demonstration am 23. Februar 1848 einige Demonstranten erschossen wurden, kam es zu einer weiteren Revolution (die sogenannte Februarrevolution), die die Julimonarchie zum Einstürzen brachte. Am 24. Februar dankte Louis-Philippe ab und floh ins Exil nach England. Am selben Tag wurde eine provisorische Regierung unter den liberalen Politikern Alphonse de Lamartine und Alexandre-Auguste Ledru-Rollin eingesetzt und die 2. Republik ausgerufen.

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