Der Zweite Weltkrieg

Am 3. September 1939 begann für Frankreich mit der Kriegserklärung von Premierminister Édouard Daladier der 2. Weltkrieg. Die Franzosen vertrauten auf die Wirksamkeit der Maginot-Linie als Verteidigungssystem und unternahmen keine aktiven militärischen Aktionen. Daladier geriet in Bedrängnis und wurde durch Reynaud in seinem Amt ersetzt. Im Mai 1940 marschierte die deutsche Armee in Frankreich ein und eroberte blitzschnell Gebiete an der Mosel, Aisne und der Somme. Der rasche Vormarsch der deutschen Truppen hinderte die Franzosen am Aufbau einer wirksamen Verteidigung. Am 14. Juni, kurz nach dem Beginn der militärischen Handlungen, wurde die französische Hauptstadt von der deutschen Armee besetzt und alle Regierungseinrichtungen zogen sich zunächst nach Bordeaux und später nach Vichy zurück. Premierminister Reynaud übertrug Marschall Pétain, Held des 1. Weltkrieges, die Verantwortung. Anstatt mit dem Feind zu kämpfen, handelte Pétain eine Kapitulation aus, die am 22. Juni unterschrieben wurde und Frankreich in zwei Zonen teilte. Nordfrankreich wurde der Besatzungsverwaltung unterstellt und Südfrankreich blieb zunächst unbesetzt. Am 10. Juli desselben Jahres löste sich die Dritte Republik auf und das Parlament übertrug die Vollmacht an Pétain (1940-1944). Er setzte sofort eine neue Regierung ein mit Sitz in Vichy und praktizierte eine Politik der Kollaboration mit Hitler.

Gleichzeitig rief General de Gaulle von London aus die Franzosen über das Radio dazu auf, Widerstand gegen die Besatzer zu leisten. Obwohl fast niemand seinen Aufruf hörte, wurde der Text schriftlich verteilt und bekam eine breite Zustimmung. Nach und nach bildeten sich einzelne Gruppen von Partisanen, die einerseits Aufklärung und Sabotage betrieben, andererseits viele Franzosen vor der Zwangsarbeit in Deutschland retteten, als die sogenannte „Service du Travail Obligatoire“ in Frankreich eingeführt wurde.

Im Mai 1943 vereinten sich unterschiedliche Résistance-Gruppen mit Hilfe von Widerstandsgruppen im Exil und durch aktive organisatorische Arbeit von Jean Moulin in Frankreich in einem Nationalen Widerstandsrat – Conseil National de Résistance, der die Arbeit der einzelnen Gruppen koordinierte und aktiv die Befreiung Frankreichs vorbereitete. Dies beinhaltete u.a. die Vorbereitung der Verwaltungsstrukturen, die gleich nach der Befreiung zum Tragen kommen sollten. Eine große Rolle in der Résistance spielten die engagierten Intellektuellen, die im Untergrund Artikel, Essays und sogar ganze Romane veröffentlichten, wie z.B. Albert Camus und Vercors.

Die Résistance-Gruppen unterstützten aktiv die französischen Truppen, die zusammen mit den Alliierten im Juni 1944 in der Normandie landeten. Pétain wurde von den Deutschen nach Sigmaringen gebracht, wo die aus Frankreich geflohenen Kollaborateure eine Exilregierung unter Fernand de Brinon bildeten, die jedoch keine politische Rolle mehr spielte. Zwei Monate später, am 25. August, wurde Paris befreit. Die beiden wichtigsten Funktionäre des Vichy-Regimes Marschall Pétain und Pierre Laval wurden zum Tode verurteilt. Auf Grund der von der Résistance gesammelten Informationen erfolgte in ganz Frankreich eine politische Säuberung, bei der sowohl aktive Kollaborateure, als auch Mitläufer vor Gericht gestellt wurden. Viele wichtige Unternehmen (besonders aus den Bereichen Energieversorgung, Transport und Finanzen), deren Führung an der Kollaboration beteiligt war, wurden verstaatlicht. Alle Zeitungen, die unter dem Vichy-Regime erschienen, wurden verboten. Andererseits wurde als Zeichen der Demokratisierung der Politik am 5. Oktober 1944 das Wahlrecht für Frauen eingeführt und somit herrschte zum ersten Mal in der französischen Geschichte ein allgemeines Wahlrecht.

Gleich nach der Befreiung Zentralfrankreichs bildete General de Gaulle eine Provisorische Regierung (26.08.44 – 21.10.45), die den Übergang zur 4. Republik vorbereiten sollte. Den Verfassungsentwurf lehnte er jedoch ab und zog sich zunächst aus dem politischen Leben zurück.

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