Architektur des Klassizismus

Nach der anfänglichen Begeisterung für das Barock, kehrte der große Teil der französischen Architekten ziemlich schnell zu einem Baustil der Ausgewogenheit und Klarheit zurück, der seine Vorbilder in der Zeit der klassischen Antike am Beginn der gallo-römischen Epoche fand. Als Gegenreaktion auf das Spätbarock und das Rokoko entwickelte sich der französische Klassizismus auf der Grundlage des tiefgreifenden Rationalismus von Rousseau.

Dieser Rationalismus führte in der Architektur zu folgenden Forderungen, deren Umsetzung von der Académie royale d’architecture überwacht wurde:

  • Alle Proportionen werden genau nach mathematischen Formeln ausgerechnet,
  • Dominierend sind gerade Linien,
  • Pro Stockwerk wird nur ein einzelnes Architektursystem verwendet,
  • Man geht nur sehr sparsam mit Außenschmuck um.

Mit Rousseaus Forderung einer Rückkehr zur Natur bezweckte er im Bereich der Architektur landschaftsgebundene Bauprojekte, wobei das Gebäude und der umliegende Garten eine Einheit bilden sollten. Wenn im Barock Architekten und Bildhauer zusammen arbeiteten, so stellte sich nun der Gartenarchitekt an die Seite des Baumeisters. Besonders berühmt sind die Gartenanlagen in den Tuilerien und in Versailles von André Le Nôtre. Nicht nur die Gesamtanlage wies eine enge Verbindung zur Natur auf, sondern auch der Außen- und vor Allem der Innendekor lies florale Elemente einfließen. Oft werden Eichen-, Oliven- und Lorbeerblätter nachgeahmt.

Im französischen Klassizismus unterscheidet man drei Phasen:

  • Louis-Seize,
  • Directoire und
  • Empire.

Kennzeichnend für den Stil Louis-Seize, der die letzte Regierungszeit Ludwigs XV. und einen Großteil der Regierungszeit Ludwigs XVI. umfasst, sind die Einfachheit der Volumen und eine strenge Symmetrie. Der Außendekor ist sparsam gestaltet, aber mit detailgetreuer Ausführung. Generell verzichtet man in dieser Zeit auf hohe Dächer, die jetzt mit einer Balustrade umrahmt sind. Neben Sakralbauten und Palästen wurden in großem Umfang auch Kommunalbauten und repräsentative Gebäude für staatliche Einrichtungen erbaut. Die führenden Architekten dieser Stilepoche sind J.-A. Gabriel (Place de la Concorde in Paris, Petit Trianon in Versailles, Schloss von Compiègne), J.-G. Soufflot (Panthéon in Paris) und V. Louis (Theater von Bordeaux).

Der Stil Directoire umfasst die Zeitspanne von den letzten Jahren der Regierung Ludwigs XVI. bis zum Consulat von Napoléon und ist auf diese Weise ein Übergangsstil zwischen Louis-Seize und Empire.
Charakteristisch für diesen Stil ist die Verwendung von Elementarformen wie Quadrat und Kreis und eine auffallende Überdimensionalität der Bauwerke. Die Schlichtheit der Form, die Sparsamkeit im Dekor und die Geradlinigkeit der Bauwerke verkörperten die Ideen der französischen Revolution in der Architektur. Zu den Hauptwerken dieser Epoche zählen das Schloss von Bagatelle von F.-J. Bélanger, die Pariser Zollhäuser von C.-N. Ledoux und die Nationalbibliothek in Paris von E.-L. Boullée.

Unter Napoléon hielten griechisch-römische Motive Einzug in den französischen Klassizismus. In Form einer direkten Kopie wurden zum Teil ganze Bauwerke errichtet, wie z.B. die Eglise de la Madeleine in Paris, die dem Marstempel in Rom in großen Zügen gleicht. Nach dem Vorbild des Severusbogens in Rom ließ Napoléon 1806 den Arc de Triomphe de Carrousel in der Nähe des Louvre errichten. Der berühmte Triumphbogen auf der Place d'Etoile von Chalgrin wurde in größeren Dimensionen, aber ebenfalls im selben Stil erbaut.

Die Nachahmung vergangener Stilrichtungen führte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu dem eigenständigen Baustil des Historismus.

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